Stories vom Lärm

Auf dieser Seite möchten wir Sie zu Wort kommen lassen und Ihre Geschichten erfahren. Ihre Stories vom Lärm.

Was bewegt Sie im Zusammenhang mit dem Thema Motorradlärm? Was haben Sie erlebt und warum leiden Sie darunter? Haben sie vielleicht aber auch gute Erfahrungen mit Motorradfahrern gemacht und möchten diese hier ebenfalls anbringen?
Geben Sie uns Ihre Stimme, um „laut“ zu sein und „leiser“ zu werden!
Für Ihre „Story vom Lärm“ steht Ihnen das Kontaktformular unten zur Verfügung, Ihre Kontaktdaten werden selbstverständlich nicht veröffentlicht.

Herr Offermann wohnt an einer Hauptverkehrsstraße in der Eifel und ist ein von Motorradlärm geplagter Anwohner.
Im obigen Video schildert er uns sein Empfinden und wie er den Lärm wahrnimmt.
Deshalb unterstützt er die Initiative Silent Rider voll und ganz, um eine Verbesserung seiner Situation und die vieler anderer betroffenen Personen deutschlandweit herbeizuführen.
Dabei ist es ihm wichtig zu sagen, dass es nur ein kleiner Anteil von Motorradfahrern betrifft, die sich rücksichtslos verhalten, ihre Maschinen illegal manipulieren und damit die Bewohner zur Verzweiflung bringen.

10 Kommentare

  1. Silke Turley

    Wir wohnen an der schönen, niedersächsischen Spargelstraße zwischen Asendorf und Hoya. Vor 2 Jahren sind wir aus dem Rheinland hierher auf`s Land gezogen. Die unmittelbare Nähe zur Straße war uns bewusst und wurde beim Kauf berücksichtigt. Autofahrer aller Sorten, Oldschool-Biker (für mich hört sich das Knattern an wie ein lauter F…z – wer`s mag ;)), große Landmaschinen, LKWs und Co. stören uns nicht. Unsere Ruhe finden wir hinter dem Haus.

    Was wir aber leider nicht beachtet haben: Wir wohnen an einer Rennstrecke! Das muss man leider wörtlich nehmen. Teilweise fahren die Super-Biker die Strecke mehrmals hintereinander- jedes Mals ein bisschen schneller. Dabei wird der Hahn so aufgedreht, dass man in 2-3 km Entfernung noch weiß, wo sich der FahrerIn gerade auf der Strecke befindet. Ab der Kreuzung heisst es dann: mind. 100 kmh bis Ortsausgang (ca. 500 m)!

    Wir haben Pferde. Zum Ausreiten müssen wir kurz über die Straße. Selbstverständlich warten wir, bis die Strecke restlos frei ist. Unsere Nachbarin ist auf dem Pferd sitzend fast mit einem Motorradfahrer kollidiert. In letzter Sekunde hat er gerade noch bremsen können (gerade Strecke!). Ein Pferd erscheint nicht plötzlich auf der Straße. Wir sind langsam! Die Pferde scheuen durch den Lärm, die Situation ist lebensgefährlich. Daher reiten wir Sonntags nach 11.00 Uhr gar nicht mehr vom Hof. Orientieren uns also nach dem Raser-Zeitplan und lassen uns dadurch von einigen wenigen in unserer Freizeitgestaltung einschränken.

    Der Sound der Rennmaschinen ist so durchdringend, dass man ihm beim besten Willen nicht aus dem Weg gehen kann.
    Teilweise unterbrechen wir unsere Gespräche, weil wir uns gegenseitig nicht verstehen können.
    Auch den Nachbarn geht es nicht anders.

    Wieso müssen wir Anwohner das ertragen? Wieso müssen wir unsere Freizeit und selbst unsere Kommunikation nach einigen wenigen Vollidioten ausrichten?

    Mir ist wichtig: Ich habe nichts gegen Straßenlärm. Wir freuen uns über Oldtimer, langsam fahrende Motorradgruppen, Trecker… all das gehört in UNSERE Gesellschaft und belebt unseren Alltag. Ein alter Trecker ist auch laut. Aber langsam und nicht kreischend! Das macht ihn so viel angenehmer als eine Rennmaschine.

    Ich wünsche mir ein Miteinander! Wir wissen, dass viele Motorradfahrer ebenso denken und vernünftig fahren. Wir haben mit einigen sprechen können, die bei uns in der Seitenstraße Rast machen. In der Masse sind es wirklich nur eine Handvoll, die sich so rücksichtslos verhalten. Es kann doch nicht sein, dass die es schaffen, uns gegeneinander aufzuhetzen.
    PLZ: 27318

    Ort: Hoyerhagen

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  2. Waldschrat des Taunus

    Wir wohnen mitten im reizvollen Naturparkhochtaunus, knapp unterhalb des großen Feldbergs im Ortsteil Hegewiese der hessischen Gemeinde Schmitten (Anerkennung als ! Luftkurort !) umschlossen von wunderschönen Wäldern und Natur des Taunus-Mittelgebirges.
    Wir sind der PS- und/oder dB-Poserei von Motorradfahrer*innen als Anwohner direkt und massiv ausgesetzt und leiden unter diesem egoistischen Terror, der in den letzten Jahren gravierend zugenommen hat.

    Wie bereits einige andere geschrieben haben (auch in den Kommentaren der Petition), sobald die ersten Sonnenstrahlen da sind, missbrauchen sehr viele Motorradfahrer*innen die kurvigen Strecken im Feldberggebiet als Raser- und Poserstrecke – von März bis November und nicht nur am Wochenende, sondern an allen Wochentagen, bis weit in die Abend/Nachtstunden hinein. Eigentlich ununterbrochen. Wir Anwohner haben uns deshalb zu einer Gruppe zusammengeschlossen, die dagegen vorgeht, und sich mit anderen Gruppen und Initiativen vernetzt.

    Sehr gut und anschaulich hat der Beitrag „Laut ist Out“ vom 1. April die unnötige Lärmproblematik und -belästigung durch Motorräder zusammengefasst und bestens geschildert. Genauso ergeht es uns auch.
    Ist es nicht traurig, mittlerweile erhoffen wir Betroffene fast schon das Martinshorn bald zu hören, weil dann die Strecke erstmal gesperrt wird und dann erstmal Ruhe ist – bis die Sperrung aufgehoben wird. Dann geht es wieder von vorne los.

    Meine Gedanken habe im Folgenden mal zusammengefasst:

    Nachts weinen die M-Biker

    Ein Toten-Kreuz an der Kanonenstraße im Feldberggebiet des hessischen Taunus’,
    das Grab eines Motorrad-Rasers.
    Ich frage mich,
    wer du wohl gewesen bist.
    Hast du geprahlt,
    mit deinen Heldentaten vor Kumpels oder auf Facebook?
    Warst du verliebt
    und wer hat dich vermisst?

    Dein weißes Kreuz
    trägt nicht mal deinen Namen,
    2019 hat wer drauf gemalt.
    Dir half kein Gott,
    Gebet und auch kein Amen.
    Für deine Unvernunft, deinen Egoismus, das Fahren am Limit und den Geschwindigkeitsrausch
    hast du teuer mit deinem Leben bezahlt.
    Warst du noch jung,
    wohlmöglich selbst schon Vater?
    Hast du’s gewusst,
    dein Kind jemals gesehn?

    Nachts weinen die M-Biker,
    namenlose Tränen im Gesicht.
    Nachts weinen die M-Biker,
    nur noch Nummern, ohne ein Gesicht.

    Dein weißes Kreuz steht leider nicht alleine.
    Wo es heut steht, stehen schon sehr viele mehr – zu viele!
    Von diesen Toten
    bleiben nur Gebeine.
    Von der schnellen Spritztour und dem Adrenalin-Kick
    blieb dieses tote Meer.

    Sag mir ganz leis‘,
    wie ging es zu Ende?
    Den Hahn zu stark aufgerissen, einen Bremsfehler gemacht, riskant überholt oder
    die Situation im Verkehr falsch eingeschätzt?

    Nachts weinen die M-Biker,
    namenlose Tränen im Gesicht.
    Nachts weinen die M-Biker,
    nur noch Nummern, ohne ein Gesicht.

    Sag mir warum.
    Wie kamst du zu diesem Irrsinn?
    Waren es Freunde,
    die dich dazu brachten? Oder das beste Video auf Insta & Co?

    Nachts weinen die M-Biker,
    namenlose Tränen im Gesicht.
    Nachts weinen die M-Biker,
    nur noch Nummern, ohne ein Gewicht.

    So steh ich hier,
    alleine mit den Toten.
    Und wünsche mir,
    die Welt der Motorrad-Biker hätte es endlich gelernt.

    Die Motorrad-Saison 2020 schickt
    mir seine ersten Vor-Boten:
    Etliche Schwerverletzte – bis jetzt zum Glück
    noch keinen Toten!

    Doch zu hoffen
    habe ich verlernt.

    [in Anlehnung an: Saltatio mortis: Nachts weinen die Soldaten]

    Heute vor einem Jahr genau hat die erste Testsperrung für Motorräder im Feldberggebiet (11.5.-19.5.19) stattgefunden und im Zeitraum vom 7.9.-15.9.19 folgte die zweite Testsperrung. Wir haben uns für die Durchführung dieser Testsperrungen eingesetzt, weil alle bisherigen Maßnahmen der Behörden nicht gefruchtet haben. In beiden Zeiträumen zeigte sich sehr deutlich, dass diese eine enorme Entlastung für sehr viele Menschen gebracht haben.
    Auf die Veröffentlichung der Ergebnisse und Konsequenzen der zuständigen Behörden warten wir noch immer!

    KEINE HANDBREIT den dB- und PS-Posern auf Motorrädern im hessischen Feldberggebiet des TAUNUS – zum Wohle ALLER,
    die die Natur dieser tollen Mittelgebirgslandschaft genießen und dort auch Erholung suchen, insbesondere derjenigen, die dort wohnen!
    PLZ: 61389

    Ort: Schmitten - Hegewiese

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  3. Claudia Kochs

    Wir wohnen in einem winzigen Örtchen neben Kall in dem ca 25 Häuser stehen. Direkte Waldlage und nur 2 Straßen machen diese Wohnlage so idyllisch und (eigentlich!) sehr ruhig.
    Diese Lage war bei der Eigenheimsuche sehr bewusst so ausgewählt – sonst hätten wir die Stadtmitte genommen!
    Leider führt die B266 von Gemünd nach Mechernich in ca 300m Entfernung an unserem Ort vorbei. Durch die Tallage hallt es aber hier extem zu uns herüber.
    Es kann doch nicht sein, dass man als Anwohner nicht einen einzigen schönen Tag draußen sitzen kann, ohne sich anschreien zu müssen, weil man kaum mehr sein eigenes Wort versteht!
    An manchen Tagen ist der Lärmpegel im dreißig Sekunden Takt so extrem hoch, dass man freiwillig rein geht und Türen und Fenster schließt 🙁

    Der unsägliche Egoismus dieser irren Raser führt dazu, dass man sich fühlt als würde man im Phantasialand wohnen – an einem Sonntag während der Sommerferien :-/

    Nicht nur der unerträgliche Lärm stellt ein nicht unerhebliches Problem dar, auch der Fahrstil jener Zweiradkünstler ist bedenklich!
    Wie oft einer von denen schon fast mit seinem Kopf in die A-Säule meines Autos eingeschlagen wäre (durch übertriebenes Tempo mit entsprechender Schräglage in den Kurven) kann ich nicht mal mehr sagen…. Fakt ist, wenn es passiert, wird es für niemanden mehr lustig!

    Deren Überholmanöver grenzen an Irrsinn in Reinkultur!
    Wie man sich mit einem Sattelschlepper anlegen kann, erklärt sich mir nicht….

    Mich wundert es wenig, dass es soviele Unfallopfer gibt!
    PLZ: 53925

    Ort: Kall

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  4. Andrea

    Wir leben in einem kleinen Dörfchen in der wunderschönen Eifel an einer mäßig belebten Landstraße – im Winter. Kommen die ersten Sonnenstrahlen, ändert sich das schlagartig. Stellen Sie sich vor, es ist Sonntag, ein wunderbarer Frühlingstag, die Sonne scheint. Die Motorräder haben uns schon relativ früh geweckt, obwohl wir mittlerweile überall Schallschutzfenster eingebaut haben. Aber einige Maschinen sind so laut, dass man hochschreckt und nicht mehr weiterschlafen kann. Eigentlich möchten wir uns von einer stressigen Woche erholen, in den Garten gehen oder die Natur um unser Dorf herum genießen, vielleicht draußen frühstücken, einfach mal entspannen und runterkommen. Das gestaltet sich schwierig, wenn im Minutentakt laute Maschinen vorbei rasen.
    Trotzdem möchte man bei schönem Wetter raus. Man öffnet die Terrassentür, macht aber gleich wieder zu, denn es fährt wieder eine ganze Horde Motorräder vorbei, röhrend, brüllend, einfach unfassbar laut. Am Ortsausgang wird dann richtig Gas gegeben, durch den Anstieg knallt es nochmal richtig in den Ort hinein. Und um das klarzustellen: Dabei handelt es sich nicht nur um Fahrer aus den umliegenden Städten und Gemeinden, sondern auch immer wieder um direkte Nachbarn und/oder Leute aus Nachbarorten, die eigentlich selbst betroffen sind und auch gerne über den vielen Lärm jammern. Hier wird die Rücksichtslosigkeit offenbar mit der eigenen Betroffenheit gerechtfertigt.
    Obwohl man eigentlich weiß, dass es keinen Sinn hat, setzt man sich auf die Terrasse. Es werden immer mehr Motorräder, die Abstände ohne Lärm immer geringer. Eine Unterhaltung ist unmöglich, Entspannen undenkbar. Nach kurzer Zeit geht man entnervt ins Haus und wünscht sich den Winter wieder herbei.
    So geht es vielen Anwohnern in der Eifel von März/April bis mittlerweile November. Scheint die Sonne, ist es draußen – insbesondere am Wochenende und an Feiertagen – unerträglich.
    Nein, es sind nicht alle so und nein, es sind nicht nur die Motorräder, sondern auch einige Autofahrer. Um das klarzustellen: Wir haben überhaupt nichts gegen Motorradfahrer im Allgemeinen. Es gibt zum Glück viele vernünftige Fahrer, die Rücksicht nehmen, die „normal“ fahren und bei deren Maschinen man nicht taub wird. Aber es gibt leider auch viele Motorradfahrer, die wie von Sinnen unterwegs sind, viel zu schnell fahren und mit brüllend lauten Maschinen das Gehör an den Rand der Belastbarkeit bringen. Und es fühlt sich für uns so an, dass die Anzahl solcher rücksichtlosen Fahrer in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Das ist nicht nur sehr bedauerlich für uns Anwohner, sondern auch für die Motorradfahrer, die vernünftig unterwegs sind.
    Ich finde es sehr verwerflich, dass die Rücksichtslosigkeit einer verhältnismäßig kleinen Gruppe so viele Menschen nachhaltig stört, krank macht und sogar dazu bringt, ihr geliebtes Zuhause aufzugeben. Mal ganz abgesehen davon, was Lärm gesundheitlich mit uns anstellt – die Fahrer, die wie die Geistesgestörten unterwegs sind, stellen eine Gefahr für sich und ihre Mitmenschen dar.
    Ich persönlich bin mittlerweile ratlos und verzweifelt. In Gesprächen mit Bikern hört man immer wieder: Dann sollen die Leute doch wegziehen, wenn es sie stört. Wir haben viel Arbeit, Zeit und Geld in unser Haus und Grundstück gesteckt, hängen mit dem Herzen daran. Da zieht man nicht einfach mal so weg. Die Hoffnung für alle Leidtragenden ist groß, dass Silent Rider etwas erreichen kann.
    PLZ: 53894

    Ort: Mechernich

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  5. Mark Koch

    Wir leben im wunderschönen Sprockhövel-Herzkamp, an der Grenze zu Wuppertal und dem Ruhrgebiet. Einem behüteten 1000 Seelen-Dorf. Ringsherum ist alles grün. Bei schönem Wetter sind die Landstraßen im Dorf und der Umgebung „verstopft“ von Motorradfahrern. Gegen das Bedürfnis der Motorradfahrer,
    mit ihren Maschinen eine Ausfahrt zu unternehmen, spricht überhaupt nichts. Da sich aber sehr viele Fahrer leider nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten und viele Maschinen zudem noch „lauter“ gemacht wurden, wird die Situation für die Anwohner so langsam unerträglich. Hier verdeutlicht sich wieder unser generelles Gesellschaftsproblem. Für die Rücksichtslosigkeit weniger Kradfahrer die es übertreiben, werden später viele gesittete Hobbyfahrer mit Sperrungen und anderen Sanktionen die Folgen tragen müssen.
    PLZ: 45549

    Ort: Sprockhövel-Herzkamp

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  6. Karola

    Es ist schönes Wetter und nicht nur die Anwohner direkt, sondern auch wir Naherholende aus dem Bonner Raum würden dann gerne in die Eifel oder ins Ahrtal fahren. Insbesondere ins Ahrtal fahren wir aus diesem Grund seit Jahren am Wochenende nicht mehr, denn bei dem Motorradlärm in dem engen Tal kann man sich dann nicht mehr erholen. Ich nehme an, dass diesen Gemeinden inzwischen mehr Einkommen entgeht, weil potentielle Besucher deshalb nicht mehr kommen, als das Wenige, was die durchrauschenden Motorräder dort lassen!
    Viele leiden aufgrund der Verantwortungslosigkeit Weniger, das ist eine Schande und die Verkehrspolitiker schauen systematisch weg!

    Während der Corona-Wochenenden waren wir nochmal dort und haben wieder gesehen, wie schön es dort ist und wie schön es mit weniger Verkehr (und daher auch viel weniger Motorrädern) sein kann!
    PLZ: 53913

    Ort: Swisttal

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  7. Dani

    Ich kann mich der Aussage der Bürgerinitiative „BI gegen Raserei und Lärm L218“ in volle Maße anschließen. Auch für uns an der L128 zwischen Rurberg und Einruhr ist das rücksichtslose und hochtourige Fahren in den Gängen und das Rasen mancher Motorradfahrer unerträglich. In der Hoffnung auf Kontrollen am bevorstehenden Osterwochenende.
    PLZ: 52152

    Ort: Rurberg

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  8. Laut ist Out

    Motor(en*rad)lärm …
    Ein wunderbares Wochenende zum entspannen, das Wetter ist schön, wir wollen den Garten mit der Familie; Freunden beim Grillen genießen .…
    Und da das Problem:
    Wir wohnen ausserorts, an einer kurvenreichen Landstraße im Schwarzwald/Baden.
    Die Lärmproblematik und Unfallhäufigkeit ist uns bewusst.
    Das Einschalten der Polizei und das Ersuchen nach mehr Kontrollen stoßen auf personelle; materielle Engpässe. Finden sie statt, bleiben sie dank Informations-Leaks ergebnislos. Und wenn die Polizei dann ein Mal im Jahr Zeit findet ich den penetrant nörgelnden Anwohnern zu erbarmen, dann herrscht aus vorherig genannten Gründen das Schweigen im Tale.
    Das Landratsamt und das Landesministerium für Verkehr im Osten von Baden (Stuttgart) – tja, die berufen sich auf leider unvollständige Statistiken welche nicht mal das Papier wert sind … von politischer (legislativer) und exekutiver Seite nichts zu erwarten … alles eine Lachnummer 🙁
    Nun, wir lassen uns unseren Mut zum Leben und Zusammensein trotzdem nicht nehmen und haben eingeladen … Familie, Freunde ….
    FEHLANZEIGE !

    Dumpfes Grollen von Motoren dank Auspuff-Klappen-Technik gemischt mit kreischendem, lautem kreissägenartigem Zweitakter-Sound. Viel Krach, Knattern, erzwungene Fehlzündungen – und es schallt und reflektiert diese Geräusche im idyllischen Tal – ohne Unterlass ! Keine Minute vergeht ohne die „Musik“ geistig minderbemittelter Spaß-Proleten.

    Doch dann. Plötzlich! Ein anderes Geräusch.
    Fast musikalische, symphonische Klänge. Ein Martinshorn erschallt im Tal. Dann ein zweites Horn, ein Drittes … die Hörner ertönen wie in einer Bachschen-Fuge… sich dem ersten Thema unterordnend um es dann Anlauf zu nehmen um sich gegenseitig zu überbieten.
    Und dann: Himmlische Ruhe! Keine Martinshörner, keine Fehlzündungen, kein Motorenlärm. Kein Knattern.
    Die Stille wäre fast beängstigend, würden wir nicht das lange vermisstes Vogelgezwitscher, das Rauschen und Plätschern des Baches im Talgrund hören … und wir können wieder miteinander reden, ohne unsere Stimmen zu erheben. Wunderbar !

    Der Preis hierfür ?
    Vermutlich ein verunglückter, geschwindigkeits–affiner klein-geistiger und egoistischer Spaß-Rennfahrer der sich überschätzt – und die Kurve oder Verkehrslage unterschätzt hat.
    Vermutlich einer dieser lebens- überdrüssigen Asphalt-Cowboys (Cowboys sollte es ja in Deutschland eigentlich nicht geben) der Dank eines Fun-Artikels von Audi, Daimler-AMG, BMW-M und anderen Herstellern und Zulieferern für Sound-Design und Tuning sein Spielzeug zerlegt hat.
    Ausgezeichnet für unsere von schwarzen CSU-Doppel-Nullen geleiteten Verkehrsministern und deren Lobbyisten welche den Spaß des Individuums über die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Wähler stellen.
    Es lebe die egoistischen Spaßgesellschaft – Eigen-Verwirklichung auf Kosten der Allgemeinheit – gerne doch, wenn es dem Profit und den Aktienkursen dient.
    Audi-Schmuse-Andi und Konsorten regeln und sichern dies zum Wohle unserer innovations- überdrüssigen und faulen Schlüsselindustriemanager, welche sich dann mit 4.000 Euro Rente + pro Tag in den Ruhestand des gut bezahlten Aldi Aufsichtsrates zurückziehen.
    Da fehlt uns ein Black-Rock Manager welcher unsere Renten allzu gerne an diese Spaß-Industrie koppeln würde …. herzlichen Glückwunsch !

    Zurück zu unserem Fest:
    Wir halten ob der durch Hörner eingeleiteten Bach-Fuge kurz inne und hoffen, daß kein unbeteiligter Dritter zu Schaden gekommen ist.
    Letztendlich können wir nun – ganz egoistisch – die die nächsten Stunden in Ruhe genießen. Die natürliche Geräuschkulisse wirkt entspannend auf uns. Stresslevel bauen sich ab, Herz-Kreislaufprobleme sagen Adieu und die Steaks vom Grill mit den Salaten schmecken himmlisch. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt, lachen und sind froh, unser Wochenende gemeinsam in Ruhe genießen zu dürfen.
    Eine Ruhe, die wir sonst nur während eines regnerischen Wochenendes im Haus genießen könnten.

    Ja, „wir“ sind auch egoistisch und Spaß- orientiert. Der Unterschied: Unser Spaß belästigt niemanden und verursacht keine Kosten für Schallschutz-Maßnahmen und keine Herz-Kreislauf-Beschwerden betroffener Lärmopfer, denen sonst nichts übrig bleibt, als sich am Wochenende in den ruhigen Keller zu verziehen..

    Ich denke, Sie verstehen nun, weshalb ich hier unterzeichnet habe. Besten Dank für‘s Lesen.
    Gruß aus dem schönen Baden.
    PLZ: 79341

    Ort: Kenzingen

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  9. Florian Stoffels

    Wir, das heißt meine Familie, wohnen im Wiedbachtal (Kreis Neuwied), welches sich ganz hervorragend zum schnellen und lauten Motorradfahren eignet.
    Wir leben an der Hauptstraße und fühlen uns extrem durch den am Wochenende erzeugten Motorradlärm aber auch Autolärm (hauptsächlich hochmotorisierte Autos) gestört. Es ist längst nicht mehr „Jammern auf hohem Niveau“ sondern ein wirkliches Problem. Es trauen sich allerdings nicht viele Leute etwas dagegen zu sagen, denn jeder kennt jemanden der selber Motorradbesitzer ist und möchte somit niemandem zu Nahe treten oder verärgern. Leider interessiert niemanden diese Problematik wenn man auf Kommunaler Ebene Beschwerde einlegt.
    Wir wünschen uns wirklich mehr Gehör zu bekommen.
    PLZ: 53547

    Ort: Hausen

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  10. Bürgerinitiative „BI gegen Raserei und Lärm L218“

    Wegen Raserei und unerträglichem Lärm von Motorrädern, mitunter auch von PKW, an der Panoramastrasse zwischen Vossenack und Schmidt, haben wir Anwohner uns schon vor Jahren zu einer Bürgerinitiative „BI gegen Raserei und Lärm L218“ zusammengeschlossen.
    Die L218 ist landschaftlich wunderschön gelegen und schlängelt sich mit Kurven zwischen zwei höher gelegenen Dörfern durch ein Flusstal.
    Leider gibt es unter den Motorradfahrern die schwarzen Schafe, die die Strecke für illegale Rennen nutzen und die Auspuffanlagen ihrer Motorräder manipulieren. Für uns Anwohner ist dies eine extreme Lärmbelästigung und es macht die Straße durch die Raserei für andere Verkehrsteilnehmer gefährlich.
    Diese unsachgemäße und rechtswidrige Befahrung der Straße ist nicht an bestimmte Zeiten gebunden, sondern findet vom Frühlingsbeginn bis zum Winteranfang über den ganzen Tag verteilt bis in die späten Abendstunden statt. Unter den rücksichtslosen Motorradfahrern sind etliche, die die Strecke 20 bis 30 mal hintereinander herauf und herunter rasen und dabei die Gänge hochtourig nutzen. Damit treiben sie die Anwohner in den Wahnsinn. Durch die Berg- und Talsituation wird der Schall genau in die Wohngebiete getragen. Der Aufenthalt im Freien ist für uns Anwohner dann eine Qual.
    Unsere Bürgerinitiative fordert nun von der Politik, diesen Zustand zu beenden. Die Ziele und der Forderungskatalog der Silent Rider Kampagne decken sich mit unseren Wünschen. Allerdings müssen auch von behördlicher Seite, d.h. von der Polizei, entsprechend häufige und kontinuierliche Kontrollen stattfinden.
    PLZ: 52393

    Ort: Vossenack

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